My Star, Inka Star

KWPN

geb. 1990 † 2017

alias: Ingo , Ink , Inki, Inkbert , Berto Inko

Besitzer : Lukas Fabian

 

Das in die Jahre gekommene Dressurpferd lebt seit 2013 in unserer Pferdeherde. Wir suchten damals ein älteres Lehrpferd für mich, mit dem ich Erfahrungen sammeln konnte, uns so kaufte Lukas den braunen Wallach für mich. Inka ist das liebste und geduldigste Pferd, das ich je kennenlernen durfte. Als typisches Turnierpferd kannte er keine Koppeln und fürchtete sich beim Ausreiten vor seinem eigenen Schatten. Heute ist er im Gelände eine richtig coole Socke und wirft sich auf der Koppel als erstes in jedes Schlammloch. Meistens ist er dann so schmutzig, dass man ihn gar nicht mehr erkennt. Deshalb nennen wir ihn "unser Krustentier".  Viel wissen wir nicht über ihn, nur dass er früher auf Turnieren bis zur Klasse S erfolgreich war und aus Holland importiert wurde.

Bald merkte ich, dass er beim Reiten nur sein Programm herunter spielte und keinen Spaß an der Sache hatte. Nach ein paar Turnieren mit ihm, ging ich mit ihm viel ins Gelände, was ihn sehr motivierte. Ende 2013 kam er jedoch mit einem Sehnenschaden von einem Ausritt wieder,  was wohl aus Überanstrengung resultierte. Ein paar Wochen Boxenruhe folgten, danach kleine Spaziergänge im Schritt. Da er für ein Turnierpferd bereits sehr alt war, gab ich den Gedanken auf, ihn wieder reiten zu können. Er hatte ja schon so viel geleistet, deshalb sollte er seinen Lebensabend bei uns auf der Koppel verbringen dürfen. Allerdings wusste ich, dass auch ein altes Pferd Training braucht um fit zu werden. So überlegte ich, was ich nun tun sollte. Ich bekam das Buch "Vom Fluchttier zum Designerpferd" von Barbara Schulte in die Hände und las es mit zunehmender Begeisterung. Mit dem im Buch beschriebenen Aufbautraining versuchte ich nun Inka wieder fit zu machen. Täglich absolvierten wir unsere Aufbauarbeit an der Longe. Ich ließ ihn viel gerade gehen in Abwechslung mit Schulterherein. Nach ein paar Wochen konnte er an der Longe bereits wieder traben und noch ein paar Wochen später konnte er im Schritt wieder geritten werden. Ich hatte meine ersten Lektionen in klassischer Dressur bereits erhalten und versuchte nun das Gelernte mit ihm zu üben. Für uns begann nun eine schwere Zeit. Wir mussten beide umdenken. Er musste nun lernen sich zu dehnen und auch am längeren Zügel in Selbsthaltung zu laufen, außerdem wurde er anfangs immer zu schnell, um seine Unsicherheiten zu verschleiern. Schon alleine das Geraderichten stellte uns vor ein Problem. Er war zwar bis S Dressur ausgebildet, schaffte aber kaum zwei Schritte geradeaus ohne die Hinterhand in alle Richtungen zu werfen. Er musste wieder lernen vorwärts zu gehen ohne sich zu verhalten und ohne eine Stütze auf der Hand zu suchen. Heute ist er trotz seines Alters wieder fit, und wir haben große Freude mit ihm. Bei den Reitschülern ist er sehr beliebt, vor allem zum Erlernen der Seitengänge, weil er Fehler großmütig verzeiht.